Kurzchronik der Stiftung Marienheim

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Kurzchronik der Stiftung Marienheim

1897
Einige Damen der Marianischen Kongregation "Maria Verkündigung" (Gräfin Therese Brandis-Gudenus, Philomena von Riccabona, Baronin Johanna Lazarini, ...) entschlossen sich in Innsbruck ein "Mädchen-Asyl" zu gründen. Sie wollten damit Mädchen unterstützen, die aus allen Teilen des damals noch ungeteilten Tirols zum Lernen und Studieren nach Innsbruck kamen. Die Mädchen sollten in einem Heim "schützendes Obdach und gesunde Kost" erhalten. Für diesen Zweck wurden zwei Grundparzellen der Gemeinde Wilten an der Grenzstraße (jetzt Maximilianstraße) angekauft. Ein dreistöckiges Gebäude sollte 100 Mädchen Unterkunft bieten.

1898
Der Bau des Marienheims wurde begonnen. Der von der kaiserlich-königlichen Statthalterei Innsbruck genehmigte Stiftsbrief sah vor, dass " ... fortan und für immerwährende Zeiten ...diese Einrichtung ... gemeinnützig ist, ... jedoch aber ein vollständig selbständiges Rechtsobjekt bildet". Die Stiftung erhielt den Namen "Marienheim".

1899
Die Bauvorhaben wurden abgeschlossen und im August konnten die Mädchen einziehen. Vom Kuratorium wurden die Barmherzigen Schwestern von der Kettenbrücke (später Schwestern der Caritas Socialis) mit der Führung des Marienheims betraut. Das Marienheim entwickelte sich zu einem beliebten Mädchenheim.

1904
Da das Marienheim von den Pensionszahlungen der Mädchen allein nicht leben konnte wurde das benachbarte Grundstück angekauft und darauf ein dreistöckiges Haus, das Josefsheim, als "Pensionshaus für einzelstehende ältere Damen eingerichtet, dessen Ertrag eine materielle Hilfe und wirtschaftliche Erleichterung für das Marienheim sein soll".

1938
Im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich wurde das Marienheim ein NS-Mädchenheim und das Josefsheim eine Unterkunft für Berufstätige. Die Änderung des Stiftsbriefs wurde verfügt und dadurch das "Marienheim" zum "Mädchenheim Innsbruck". Die Leitung des Hauses erfolgte unter Aufsicht des Reichstatthalters.

1945
Nach Beendigung der NS-Herrschaft übernahm bereits im Sommer 1945 wieder ein Damenkomitee die Leitung beider Häuser. Unter primitivsten Verhältnissen wurde der Betrieb wieder aufgenommen. 1946 Im Josefsheim begann der erste Jahrgang der Fürsorgerinnenschule. Schulträger war die Caritas, die noch heute das Josefsheim für ihre sozialen Fachschulen angemietet hat.

1948
Die in der NS-Zeit vorgenommenen Änderungen des Stiftsbriefs wurden von der Tiroler Landesregierung für ungültig erklärt und der ursprüngliche Stiftsbrief wieder in Kraft gesetzt. 1949 Das Stöcklgebäude (die heutige "Villa") wurde errichtet und diente als Schulgebäude für die Fürsorgerinnenschule.

1952
Der Anfang der 50er Jahre war auch im Marienheim von größter Armut geprägt. Deshalb reiste die damalige Heimleiterin Sr. Pia in die USA und kehrte mit 8 großen Kisten, deren Inhalt sie in den Vereinigten Staaten erbettelt hatte wieder zurück.

1968
In den 60er Jahren konnten nicht alle Mädchen, die im Marienheim wohnen wollten, aufgenommen werden. Deshalb wurde ein Neubau zur Erweiterung der Bettenkapazität beschlossen und 1968 fertig gestellt. Das Heim konnte so 160 Mädchen unterbringen.

1979
Zunehmend wurde es schwieriger alle Heimplätze zu besetzen, da ein modernes Heim von der Stiftung Scheuchenstuel errichtet wurde und die Regionalisierung der Höhern Schulen voranschritt. Das Mädchenheim wurde verkleinert und Räumlichkeiten für das "Bundestagesschulheim Innsbruck" adaptiert.

1989
Die Stiftung Marienheim startete ein neues Projekt. Kinder nichtdeutscher Muttersprache erhalten in der "Lernhilfe der Stiftung Marienheim" Aufgabenbetreuung in Kleingruppen.

1991
Das Mädchenheim wurde aufgelöst, da der Bedarf an Heimplätzen nicht mehr gegeben war. Das Kuratorium suchte intensiv nach einer sinnvollen Nutzung der Räumlichkeiten, die dem Stiftungsgedanken entsprechen sollte. Schließlich kam es zur Gründung einer Wohngemeinschaft für Angehörige von Klinikpatienten.

2012
Das Angebot der TUTO Lernhilfe wird erweitert. Mit dem TUTO Sprachschatz startet ein Angebot für Kindergartenkinder. In Kleingruppen wird spielerisch die deutsche Sprache gelernt und dadurch der Einstieg in die Volksschule erleichtert.